BAG SELBSTHILFE befürwortet das Übereinkommen des Europarats. Insbesondere im Hinblick auf den Schutz von Frauen und Mädchen mit Behinderung, denn jede zweite Frau ist betroffen.

Düsseldorf/Berlin 02. 2. 2018. Gewalt und Übergriffe gegen Frauen sind in Deutschland immer noch alltäglich. Auch die Gewaltprävalenzen bleiben seit Jahren gleich. Insbesondere Frauen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen sind betroffen. Laut der Studie „Lebenssituationen und Belastungen von Frauen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen in Deutschland“, des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Bmfsfj), erlebt nahezu jede zweite Frau mit Behinderungen in ihrer Kindheit, Jugend oder im Erwachsenenalter sexuelle Grenzverletzungen und Übergriffe. Die seit gestern in Kraft getretene Istanbul-Konvention soll dem nun entgegenwirken. Das Übereinkommen des Europarats verpflichtet die Unterzeichnerstaaten, Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie alle Formen von häuslicher Gewalt als Verbrechen einzustufen und entsprechend zu ahnden. Als Gewalt gilt laut Abkommen auch geschlechtsspezifische Diskriminierung, Einschüchterung oder wirtschaftliche Ausbeutung.

„Dies ist ein längst überfälliger und wegweisender Schritt im Kampf gegen Gewalt an Frauen und Mädchen gerade auch mit Behinderungen“, macht Dr. Martin Dan-ner, Bundesgeschäftsführer der BAG SELBSTHILFE deutlich.

Als einer der ratifizierenden Staaten verpflichtet sich auch Deutschland zu umfas-senden Maßnahmen zur Prävention, Intervention, Schutz und rechtlichen Sanktio-nen, um gegen geschlechtsspezifische Gewalt vorzugehen.

„Bei allem Enthusiasmus, müssen nun aber auch Taten folgen. Denn um die Frauen und Mädchen tatsächlich schützen zu können, muss ein Gesamtkonzept zum barrierefreien Gewaltschutz gegenüber Frauen und  Mädchen mit Behinderung geschaffen werden. Nur so können sie ein gewaltfreies und gleichberechtigtes Leben in Deutschland führen. Dazu gehört es auch die so dringend benötigten barrierefreien Zugänge zu Frauenhäusern und Beratungsstellen zu schaffen“, fordert Dr. Martin Danner.

Informationen zum Thema:
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Koordinatorin für geschlechtssensible Selbsthilfearbeit

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Burga Torges
Referatsleitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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